Neschwil: 825


Älteste Urkunde Neschwil betreffend von 825

Gisalolf überträgt seinen Besitz zu Neschwil an Sankt Gallen, mit Ausnahme von 9 Jucharten

Bazenheid, 825, Juni 19.

 

In Gottes Namen übertrage ich Gisalolf dem Kloster Sankt Gallen für mein Seelenheil und ewige Vergeltung alles, was ich im Dorf, das Neskinwilari heisst, oder in derselben Mark an Häusern und anderen Gebäuden, Feldern, Wiesen, Wäldern, Wegen, Wassern und Wasserläufen anerkannterweise besitze, Bebautes oder Unbebautes, was auch immer aufgezählt werden kann, ausgenommen 9 Jucharten, und dies will ich auf immer übertragen und zugeschrieben wissen; und zwar auf folgende Art: dass ich nämlich die genannten Güter selbst wieder an mich nehme, dafür aber jedes Jahr einen Zins bezahle, nämlich zwei Denare oder einen Malter Getreide.

Nach meinem Ableben aber soll meine Frau Otsind, falls sie mich überleben wird, die Güter ebenfalls zu demselben Zins innehaben; nach unser beider Ableben aber sollen sie an das obgenannte Kloster übergehen und auf immer in dessen Besitz bleiben, ohne dass von irgendwelcher Seite Einspruch erhoben werden darf.

Keiner aber soll es wagen, diese Übertragungsurkunde anzufechten; sollte jemand dies trotzdem versuchen, so soll er gezwungen werden, in die Kasse des Königs zwei Unzen Gold und fünf Pfund Silber zu bezahlen; diese Übertragung aber soll, gestützt auf diesen Vertrag, ewige Gültigkeit haben.

Die Verhandlung fand statt in Pazzinweida, in Anwesenheit derer, deren Handzeichen hier enthalten sind. Zeichen des Gisalolf, des Urhebers dieses Rechtsgeschäftes. Zeichen des Berihtger, des Hadamar, des Arolf, des Libolf, des Adalbold, des Strello, des Vunnibold, des Hartbret, des Rihbold, des Reginbret, des Iro, des Crimbret, des Erchanfrid, des Buazo, des Puasi, des Gerhart, des Coldini, des Hiltiger, des Cozbret, des Crimhart, des Perihtger, des Rampret, des Chunibret, des Lobaheri.

Ich also, Heribald, wurde darum gebeten und habe dies in Vertretung des Presbyters Amalger geschrieben und unterschrieben. Ich fertigte es aus am Montag, dem 13. Tage vor den Kalenden des Juli (= 19. Juni), im zwölften Jahr der Regierung des Kaisers Ludwig (= 825), unter Graf Herchanbold.

 

Übersetzung des lateinischen Textes von Regina Peter