Lendikon: 868


Die Urkunde befindet sich im Stiftsarchiv St. Gallen

 

(3. Zeile, drittletztes Wort: Lentinchoua = Lentinchova = Lendikon)

 

Ratpoldeschiriha, 20. Januar 868, UB St. Gallen Nr. 531

Damit wollen wir allen, sowohl den Gegenwärtigen als auch den Nachkommen, kundtun, dass wir, das heisst Heribert und Alpcoz, mit Grimaldus, dem Abt des Klosters St. Gallen, und dessen Berater Radbert einen Tausch getätigt haben.

Wir haben also im Gebiet Zürichgau, im nicht bewohnten I bebauten Lendikon, 105 Jucharten sowie vom dortigen Gemeinwald unsern Anteil zu eigen gegeben. Unsererseits haben wir von ihm (dem Abt), im selben Gebiet, im Ort, der Liutiniswilare (Ludetswil) genannt wird, 105 Jucharten an bebaubarem (pflügbarem!) und ungerodetem (d.h. waldigem) Land sowie an dieses Land angrenzenden Wald, ungefähr so gross wie der unsrige in Lendikon, erhalten.

Wir schliessen den Tausch aus dem Grund, dass wir nämlich das, was wir erhielten, sofort dem Kloster übergeben werden, was wir auch in Form eines Zinses von 16 Denaren mach(t)en, denn wir erhalten für das von uns abgetretene Gut ebenso einen Zins;

und damit in Zukunft weder wir, noch einer unserer legitimen Erben oder irgendeine Partei irgendeine Unruhe sähen oder einen neuen Vertrag einfordern kann, oder sollte dies trotzdem von irgendeiner Partei versucht werden, wird dieser Tauschvertrag nichtsdestoweniger unverändert mit den genannten Bestimmungen bestehen bleiben.

Der öffentlich in Ratpoldeschiriha festgehaltene Akt ist von folgenden unterzeichnet worden: Heribert und Alpcoz, die diese Urkunde zu schreiben baten, sowie der weiteren Zeugen: Wolfhart, Amalrih, Ouzo, Ruadprhet, Erchanbret, Sikebret, Cunzo, Wichere, Adalbret, Paldot, Plidker, Hildebert, Witerih, Ratpold, Pejere, Theoterat.

Geschrieben am 20. Januar, im 28. Regierungsjahr von König Ludwig, zur Zeit des Grafen Kerold (868).

Ich, der unterzeichnete Adalbert, habe mit Hilfe Gottes diese Urkunde geschrieben.

 

Ratpoldeschiriha = Ratpoldskirch, ist ein eingegangener Ort, muss aber in der Gegend von Hinwil geortet werden; s. Urkundenbuch Nr. 455. Es wird aber auch Wetzikon (bei der Kirche) genannt.

 

Übersetzung aus dem Lateinischen von Helena Zimmermann, Historikerin