Kaiserurkunde: 875


Das Original der Urkunde befindet sich im Stiftsarchiv St. Gallen, Signatur: FF 1 J 29
Das Original der Urkunde befindet sich im Stiftsarchiv St. Gallen, Signatur: FF 1 J 29

König Ludwig bestätigt denTausch zwischen Abt Hartmut und Graf Adalbert zu Weisslingen und Turbenthal

 

Frankfurt. 875. April 3.

 

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit: Ludwig, Von Gottes Gnaden König. All denen, die der Heiligen Kirche Gottes und uns treu sind, den gegenwärtigen wie den zukünftigen, sei bekannt gegeben, dass zwischen dem Grafen Adalbert und Hartmut, dem ehrwürdigen Abt des Klosters des heiligen Gallus, mit seinem Advokaten Heitar beschlossen und vereinbart wurde, dass sie mit unserer Erlaubnis einen Tausch zum Vorteil beider Parteien unter sich tätigen wollten und diesen auch getätigt haben. Der erwähnte Graf gab in seiner Grafschaft, die "Durgauge" (Thurgau) heisst, im Ort genannt "Turbatun" (Turbenthal) 60 Jucharten und erhielt vom obgenannten Abt Hartmut in derselben Grafschaft und am Ort, der "Wizzinwang" (Weisslingen) genannt wird, eine ganz ausgemessene Hufe und ein Haus mit Hof. Darauf zeigten sie uns auch die zwei Tauschurkunden, im gleichen Wortlaut niedergeschrieben und von der Hand vertrauenswürdiger Männer bekräftigt, zur nochmaligen Absicherung; doch im Bemühen um vollständige Bestätigung und Sicherheit baten sie ergeben unsere Hoheit zu veranlassen, dass ihnen dies als Verordnung unserer Machtvollkommenheit niedergeschrieben werde, in welcher wir bestimmen und verfügen, dass all das, was die eine Partei mit Fug und Recht der andern überlassen hat, von da an jeder einzelne haben, behalten und besitzen und seinen Nachkommen als Besitz hinterlassen solle. Und damit diese Urkunde umso unverbrüchlicher gelten möge und in aller Zukunft von unseren Getreuen umso eher als echt anerkannt und umso gewissenhafter beachtet werde, haben wir befohlen, sie unten mit dem Abdruck unseres Ringes zu besiegeln.

 

Siegel Ludwigs, des Herrn, des durchlauchten Königs.

 

Ich, Kanzler Eberhard, habe diese Urkunde in Vertretung des Erzkanzlers Liutbert bestätigt und unterzeichnet.

 

Gegeben am dritten Tag vor den Nonen des ......  im 38. Jahr der Herrschaft des Herrn Ludwig, des durchlauchten Königs im ostfränkischen Reich, in der 8. Indiktion.

 

Gegeben zu Frankfurt im Namen Gottes. Glück bringe es, Amen.

 

Die genaue Analyse der verschiedenen und unvollständigen Datierungsangaben der Urkunde durch den Fachmann ergibt das Datum des 3. April 875.

 

 

Übersetzung aus dem Lateinischen von Regina Peter