Die Älteste: 745


Die älteste Urkunde, Weisslingen und Theilingen betreffend, von 745

 Originalgrösse: 45,9 cm x 15,75 cm, Stiftsarchiv St. Gallen
Originalgrösse: 45,9 cm x 15,75 cm, Stiftsarchiv St. Gallen

Ausschnitt 9. Zeile Mitte:

„hwisinwan“ (uu=w) heisst Weisslingen

Der allerheiligsten Kirche des heiligen Bekenners Gallus und der andern zahlreichen Märtyrer und Bekenner, die errichtet ist in der thurgauischen Landschaft und im Gau des Arboner Kastells, wo nun Abt Othmar die Leitung hat und man augenscheinlich gemäss der Religion Gott dient, unter bestätigter Ordensregel. Ich also, Landbert, ehedem Sohn des Landolt und seiner Gemahlin Beata, mich bestimmte mein Wille oder die Hingabe an die Anschauung Gottes und die Rettung meiner Seele, oder auch die ewige Versöhnung und noch weiter wegen meines Lebensunterhaltes, den ich von selbiger Kirche, solange ich lebe, zu haben wünsche, wo ich mich noch besser empfehle, und für die Seele meines Erzeugers Landolt und meiner Mutter Beata – (dass ich) alles, was mir immer der obengenannte Erzeuger Landolt und meine Mutter Beata von ihrem väterlichen und mütterlichen Erwerb oder Kauf hinterlassen haben, oder was immer ich selbst nachher erwarb, ganz und vollständig vom heutigen Tage an aus meinem Besitzrecht in die Gewalt der Kirche des heiligen Gallus oder dessen Leiters Othmar und dessen Mönchen, die daselbst augenscheinlich Gott dienen, übertrage und übergebe für das Heil meiner Seele und zum Heilmittel meines Vaters und meiner Mutter und, wie wir es weiter oben sagten, für meinen Lebensunterhalt, was für mich eine Notwendigkeit ist. Das ist an nachgenannten Orten:

Im Dorfe, welches Illnau genannt wird, und am andern Ort, welcher Effretikon genannt wird, und am dritten Ort, welcher Mesikon geheissen wird, und am vierten Ort, welcher Brünggen zubenannt wird, und am fünften Ort, welcher Madetswil genannt wird, und an den Orten, welche Weisslingen und Theilingen genannt werden, und am Orte Hinwil und an einem Orte Dürnten und im Dorfe, welches Uznach genannt wird, und an einem andern Orte Bäretswil und im Orte Lützelsee und Lützelnau. Diese obengenannten Orte mit eigenen Knechten und Mägden, mit Häusern, Gebäuden und Hausgesinde, mit eingeschlossenen Höfen, Gärten, Baumgärten und Werkstätten, welche daselbst sichtlich bestehen, (mit) Feldern, Wiesen, Wäldern, Gewässern und Wasserläufen, beweglichen und unbeweglichen Sachen, bebautem und unbebautem Land, mit ab- und aufsteigenden Wegen, mit allen anstossenden und anhangenden Gütern, welche jene oben genannten Orte angehen, wie wir es weiter oben gesagt haben, übertrage und übergebe ich ganz und vollständig in die Gewalt der Kirche des heiligen Gallus und des Abtes Othmar, gestützt mit dem Handgelöbnis. Sie sollen es haben, festhalten und besitzen sowie in allen Dingen freie und unerschütterliche Macht haben, damit zu handeln. …

 

Deutsche Übersetzung aus dem Lateinischen von Hans Kläui (Illnau-Effretikon, Bd.1)